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Abiturball 2010  Rede - Frau Jung

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, sehr geehrte Eltern und Verwandte, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste, zuerst darf ich Ihnen herzliche 
Grüße unserer Schulleiterin, Frau Ackermann übermitteln, die leider aus Krankheitsgründen heute nicht ihre Worte an Euch, liebe Abiturientinnen und Abi-
turienten, richten kann. 

Anmerkung der Redaktion:
Sehr geehrte Frau Ackermann, 
auch wenn wir nicht persönlich bei Ihnen sein können, so hoffen wir mit diesem Gruß ein wenig zu Ihrer Gesundung beitragen zu können.
Gute Besserung wünscht Ihnen
die Redaktion der Homepage.

Aber nicht alles im Leben ist vorhersehbar und manchmal muss man auch Dinge akzeptieren, die einem selbst höchst ungelegen kommen. Aber wie ihr ja 
wisst, können auch die Unwegsamkeiten, die immer im falschen Augenblick kommen, für das Leben nützlich sein und uns weiter bringen. Jeder von uns 
hat schon einmal eine Situation erlebt, in der er das Gefühl hatte, dass das, was gerade passiert, nicht in die eigenen Vorstellungen und Pläne passt, 
dass es die eigene Lebensplanung durchkreuzt und uns zwingt einen Plan B aufzustellen. Und so manches Mal kann man dann die Erfahrung machen, 
dass auch ein Plan B , neue Denkansätze bringen.

Michelangelo sagte einmal: 
„Die Skulptur verberge sich im Stein, man brauche nur die überflüssigen Massen weg schlagen, damit sie zum Vorschein komme. Der Künstler ist nur der 
Geburtshelfer der Dinge, die zur Erscheinung drängen“
Wenn man den Sinn dieses Zitat betrachtet, so gibt es viele Interpretationen die möglich sind. Für mich sitzt ihr hier, bereits deutlich erkennbar, welche 
Formen ihr annehmen wollt, die Konturen aus Stein gehauen, charakterfeste Menschen, die sich einer Aufgabe gestellt haben und diese auch gemeistert 
haben. Skulpturen in ihrer Form zeigen Ausprägungen oder sind an der einen oder anderen Stelle noch ausformbar bzw. ganz bewusst zurückhaltend 
dargestellt.



Nimmt man euer Abiturmotto „ Abisutra – Abiturienten auf Stellungssuche“, so sind die Köpfe dahinter zu vermuten, die es entwarfen. Freudvoll und sinnig 
zugleich, dem Vergnügen zugetan, aber der Doppeldeutigkeit nicht abgeneigt. Vielleicht wolltet ihr auch darauf hinweisen, dass längst nicht für alle klar ist, 
was sie mit dem gerade erworbenen Abitur machen wollen. 
Auf das Zitat zurück geführt heißt das, die einen sind schon fertig, nur noch kleine Korrekturen reichen aus, die größte Masse ist weg geschlagen, das 
Wesentliche ist erkennbar – sie haben ihren Weg vorgezeichnet und beginnen ihn zu gehen. Andere wieder haben erstmal den Kopf ausgeformt, die Silhouette 
gezeichnet und sie beginnen langsam daran zu arbeiten, die Figur auszuformen, sie bereiten sich gerade den Weg. Und dann einige wenige arbeiten an den 
verschiedensten Stellen des Steines und können aber die Form, die sich zusammenfügen soll, noch nicht erkennen.
Ihr alle habt eines gemeinsam: Ihr schließt heute eure Schulzeit ab. Die meisten von euch haben ihre Ziele verwirklicht, haben die Prüfungen mit Bravour be-
standen. Meine Bewunderung gehört aber auch denen, die noch einmal hart kämpfen mussten, um nicht ganz kurz vor dem Erreichen des Ziels zu straucheln.
Die, die es nicht geschafft haben, werden ihre Ziele neu definieren müssen. Aber auch hier ist es ein Plan B, der jetzt zu nutzen ist. 
„ Alles in unserem Leben hinterlässt Spuren. Alles trägt unmerklich zu unserem Geist bei“ –steht auf der Einladung zum Abiturientenball. Diesen Ausspruch 
von Johann Wolfgang Goethe kann man auch für sich abwandeln, indem man sagt „ Alles in meinem Leben soll Spuren hinterlassen, soll meinen Geist prägen, 
aber auch mein Herz erfreun“
Ihr alle werdet aus eurer nunmehr hinter euch liegenden Schulzeit viele Spuren erkennen, prägende Erlebnisse, aber auch Denkweisen von Mitstreitern, von 
euren Eltern, die immer Angst um euch hatten, euch vor Enttäuschung schützen wollten, aber auch von euren Lehrern, die euch auf die eine oder andere 
Weise beim Erreichen des Abiturs begleitet und unterstützt haben.
In der Rückschau betrachtet, gibt es eine Reihe von Erlebnissen, die ihr in eurem Jahrgang teilt: Bestandene Prüfungen, gut gelungene Klassenarbeiten, 
Studienfahrten nach England und Venedig, Sportfeste, Erlebnisse im Chor, im Orchester (Martin, der bis heute treues Orchestermitglied ist, früher Dasty und 
Stephanie), Kabarett ( Kurt) oder dem Kunst – Spezialistenlager – all das sind Spuren eures Vergangenen Lebens. Der Abiball wird schon Morgen vergangen 
sein, hinterlässt hoffentlich weniger schmerzliche als ideell wertvolle Spuren.



Da die Sprache von den Bildern lebt, die man aus Worten malt, will ich euch sagen – das Abitur ist der Start, nicht das Ziel. 

Eine Startsituation kann unterschiedlich gestaltet werden: mit einem Fehlstart, mit einem Blitzstart, man kann zu langsam aus den Blöcken kommen und man 
kann nach erfolgreichem Start auch aus der Bahn geraten und disqualifiziert werden. Aber man kann auch laufen und laufen bis man an seinem Ziel ist. Das 
Wichtigste ist, wie ihr von euren Sportlehrern gelernt habt, nicht aufzugeben, den inneren Schweinhund manchmal zu überwinden und sich seine Kräfte klug 
einzueilen. Diese Regel des Sports gilt für viele Lebensbereiche und es ist oft eine Kunst, sie auch wirklich einzuhalten.

Eure Lehrerinnen, Lehrer und auch ich beglückwünschen euch zur erreichten Hochschul – bzw. Fachhochschulreife.

Wir wünschen euch, dass ihr jetzt, wenn ihr ins Leben geht vor euch selbst eine Verpflichtung eingeht, die dem Humbodtschen Ausspruch Rechnung trägt:
„ Bilde dich selbst! Und dann wirke auf andere durch das, was du bist“ 
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Rede eines Elternratsvorsitzenden vergangener Jahre:
„ Und meine lieben jungen Freunde, sagte er, denkt in all eurem Tun auch weiterhin daran, dass Bildung nichts mit Einbildung zu tun hat.“

Sehr verehrte Eltern. Wie ist es Ihnen ergangen, als diese jungen Menschen in den Saal schritten, sie ihr Kind sahen und erkannten, dass es ein Erwachsener, 
eine Persönlichkeit ist, die diesen Saal betritt?
Ein Kollege, der im Jahr 2004 in Doppelfunktion an diesem Ball teilnahm formulierte es in seiner Reflexion für die Homepage unserer Schule so:
„ Frauen und Männer sind sie geworden,…verneigen sich vor ihren Gästen, werden mit ihrem dezenten Auftreten zu den Hauptfiguren des Szenariums. Stolze 
Elternblicke suchen das eigene Kind, - für diesen Jahrgang ist es etwas Besonderes, dass stolze Elternblicke zwischen zwei sehr erfolgreichen Kindern hin und 
her wandern. - man bleibt mit liebevollen Elternaugen auf Ihnen haften.“ Und Sie, liebe Großeltern, haben Sie nicht gerade daran gedacht, wie es für Sie war, 
als Ihre Kinder aus der Schule entlassen wurden? Jetzt sitzen Ihre Enkel vor Ihnen und Sie wissen, dass Sie Ihnen oft auch entgegen den Erziehungsprinzipien 
der Eltern beigestanden haben. Ein inneres Schmunzeln, das Sie gerade empfinden? Mit Recht! Denn zwischen Großeltern und Enkeln besteht immer ein be-
sonderes Verhältnis, geprägt von Liebe, Respekt, Güte und Nachsicht. Und Ihre Enkel wissen auch ganz genau, dass die Erfüllung so mancher Wünsche ohne 
Sie undenkbar gewesen wäre.
Sie, liebe Eltern können stolz sein auf diese jungen Menschen, auf Ihre Kinder. Ich erinnere mich an ein Projekt des Wirtschaftslehre und Psychologiekurses, in 
dem wir mit der Volkssolidarität zusammen arbeiteten. Ihre Kinder wurden von den älteren Menschen als die Ausnahme unter den Jugendlichen gesehen, Ihre 
Kinder spendeten so viel Freude und Hoffnung in den Herzen der Omis und Opis. Und ihre Kinder waren Wegbereiter im Kontakt der Generationen, beim Abbau 
von Vorurteilen zwischen Alt und Jung.
Sie können stolz sein. Sie haben mit Hingabe und Liebe an Ihrer kleinen und immer größer werdenden Skulptur gearbeitet. Sie haben Wert auf das Detail gelegt 
und sie haben sich gegen Ihre Ängste behauptet, wenn es um das Wohl Ihrer Kinder ging. Unermüdlich haben Sie an gearbeitet, Tag und Nacht, ohne auf die 
Zeit zu sehen – und es hat sich gelohnt. Vergessen die kleinen Streitereien, wenn es darum ging, seine eigenen Erfahrungen weiterzugeben, die scheinbar 
nicht erwünscht waren. Toleriert der Eigenwille, mit dem sich ihre Kinder Freiräume verschaffen wollten, die sie zu groß fanden.
Ihr Kunstwerk ist fertig, sitzt vor ihnen und wartet darauf, ins Leben hinaus zu ziehen , eigene Fehler zu entdecken, ein eigenes Leben zu führen und gelegent-
lich in das warme Nest zurückzukehren, um sich ein bisschen auszuruhen. Ihre Rolle wandelt sich vom Erzieher zum Berater, bisweilen zur Freundin oder zum 
Freund, aber immer werden Sie die Sicherheit bleiben, die nur Familie spenden kann.
Das, was Sie Ihren Kindern vorgelebt haben, werden diese weiter tragen, nicht in der Ursprungsform, sondern mit den Abwandlungen, die Ihre Kinder für 
sinnvoll halten. Und wenn dann irgendwann einmal ein Enkelkind in die Familie hinein geboren wird, dann werden Sie sehen, wie viele Ihrer Ideen sich wieder 
finden. Ein neuer Stein, den nun Ihre Kinder bearbeiten, sorgsam behandeln und ihre Liebe in das Werden der neuen Skulptur stecken. Dann werden Sie 
wissen, wie gut die eigenen Kinder gelungen sind.

Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, Sie haben die Geräte zur Bearbeitung unserer Skulpturen gerade aus der Hand gelegt, vielleicht mussten Sie 
sich auch manchmal zügeln, sie nicht einfach wegzuwerfen.
Aber auch Unsere Mühe hat sich gelohnt. 
Ich weiß, dass Sie sich für jeden freuen, der es geschafft hat. Für den einen oder anderen sieht man es so, dass es der Lohn des Fleißes war, dass auch das 
Abitur keine Hürde war – für andere wusste man, es war der Triumph der Faulheit, wenn sie ohne Weiters durchs Abitur kamen.
Besonders den Klassenleitern möchte ich für Ihre Arbeit danken. Auch wenn die Konsequenz, mit der euch Frau Lesch und Frau Paschke begegnet sind, 
manchmal anstrengend für euch war, so wisst Ihr wahrscheinlich schon heute, dass sie euch weiter gebracht haben, manchmal geschoben haben, 
manchmal aber aufgefangen. Ich danke Ihnen, liebe Tutorinnen, für Ihre Arbeit, Ihr pädagogisches Feingefühl und dafür, dass Sie auch immer bereit waren, 
als Ratgeber zu agieren.
Für manch einen von den Abiturientinnen und Abiturienten spielen Fachlehrer eine besondere Rolle, weil sie vielleicht die eigene Interessenlage trafen oder 
man sich ihnen auch menschlich nahe fühlte. Menschliche Nähe und Verständnis verjähren nicht und ich bin sicher, dass das die Fachlehrerinnen und Fach-
lehrer genauso sehen.
Auch Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachunterricht danke ich für Ihr Engagement aufs Herzlichste.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten. Der Anfang ist gemacht. Die Skulpturen sind erkennbar, sind ausgeformt, viel überflüssige Masse wurde heraus 
geschlagen. Jedes entstandene Kunstwerk ist ein Unikat, mit besonders schönen Seiten, aber auch mit liebenswerten Makeln.

Viele haben dabei geholfen das Kunstwerk fertig zu stellen und es seinen Betrachtern preiszugeben.
Ihr seid gelungen und darauf könnt vor allem ihr, aber auch alle Beteiligten stolz sein.
Ihr geht ins Leben hinaus, für das ich euch wünsche:

- Behaltet eure Ziele im Auge
- Scheut auch Umwege nicht
- Vergesst nicht, wo eure Wurzeln sind
- Verleiht euch Flügel
- Bewahrt euch eine gesunde Portion Kritikfähigkeit
- Seid ehrlich, vor allem zu euch selbst
- Schafft euch Freude
- Pflegt euren gesunden Geist im gesunden Körper

Ich wünsche euch, dass ihr nicht nur kluge, sondern auch gute Menschen seid, dass Ihr eure Ziele verwirklichen könnt, dass ihr und eure Familien gesund 
bleibt.
Und ganz dem Zitat von Michelangelo folgend, wünsche ich euch, dass ihr einen sicheren Stand habt, Menschen, die gelegentlich noch ein wenig verbessernd 
einwirken und die erworbene Reife, mit der ihr alle Lebenssituationen meistert. 
Alle Kraft, die ihr benötigt, um Erfolge zu erzielen, ruht in euch selbst. Ich wünsche euch, dass ihr sie aktivieren könnt und glücklich werdet, denn, wie 
Humboldt sagte ist „Glücklichsein eine Gabe des Schicksals, man muss es sich selbst erkämpfen“