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Buchlesung des Autors Eberhard Freise

Am 19. und 20. Januar 2010 fanden in zwei 12. Klassen unserer Schule zwei Lesungen des Autors 
Eberhard Freise aus seinem zeitgeschichtlichen Roman "Der Mischling" statt. Diese waren von der
Konrad-Adenauer-Stiftung initiiert worden und begleitet und moderiert von Dr. Andreas Schulze. Anlass
war der 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar.

Zunächst leitete der Moderator in das Projekt ein, welches sich "DenkTag" nennt. Danach begann Eberhard 
Freise einige Ausschnitte aus seinem Buch vorzulesen und an einigen Stellen mit interessanten Hintergrund- 
informationen zu ergänzen. 
In seinem Buch beschreibt er seine Lebensgeschichte, nachdem er als Sohn einer Jüdin und eines "Ariers" 
geboren wurde. Schon bald musste er mit seiner Mutter nach Thüringen fliehen, da er nach den "Nürnberger 
Gesetzen" von 1935 als Halbjude galt und beiden Verfolgung und Deportation drohte.
Sein Vater versuchte direkt bei Herrmann Göring Hilfe zu bekommen, um die Familie zu retten. Dennoch wurde
die Mutter nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Er selber musste fortan in Pflegefamilien leben.

Als der Buchautor mit der Lesung fertig war, herrschte zunächst im Raum eine erdrückende Stille, denn die 
teils emotional vorgetragenen Passagen machten betroffen und mussten erst einmal verarbeitet werden.
Danach forderte Moderator Dr. Andreas Schulze zum Gespräch mit Herrn Freise auf. Dieser Aufforderung
kamen zunächst wenige Schüler nach, jedoch wurden etwas später immer mehr Fragen gestellt, und es 
entstand eine rege Diskussion.
Diese Buchlesung war sehr interessant und erweiterte unser Wissen im Fach Geschichte.

Patrick Kelling 12 G1

Martin Hartmann aus der 12G1 bemerkte: "Ich habe das Buch sofort zum Vorzugspreis von 10,-- € bestellt. 
Zusätzlich erhalte ich eine Widmung, danke Herr Freise.

Rezensionen

Wenn Sie das Buch "Der Mischling" von Eberhard Freise kennenlernen oder erwerben, dann gehören Sie zu 
den Menschen, die bereit sind, die Perfidie des Nationalsozialismus und die sich nahtlos anschließenden 
Bedrohungen im DDR-Regime anhand der authentischen Schilderung eines Einzelnen nachzuvollziehen und zu 
verstehen.
Ich habe mich jahrzehntelang gefragt: Wieso schweigen Menschen so lange zu ihrem Erleben in dieser Zeit? 
Aber ich fragte mich auch: Wie können sie uns ihr Überleben mitteilen? Haben wir uns dafür überhaupt die Zeit 
genommen? Wir könnten sieben Stunden aufwenden und diesen Roman lesen. Und ihn anschließend unseren 
Kindern und Enkeln empfehlen.
Es mag sein, dass Sie denken: Schon wieder so ein Buch. Es mag sein, dass die Literaturkritik es nicht für not-
wendig hält, dieses Buch zu empfehlen. Es mag sein, dass Radio-/TV-Rezensent Dennis Scheck dieses Buch 
überheblich "in die Tonne kloppt" ... Aber ich als Frau empfinde den "Mischling" als ein sehr persönliches Buch 
mit tief berührender Aufrichtigkeit. Der Autor gab vieles von sich preis, und er versäumt nicht, auch - wie man 
so sagt - "die Engel am Wegesrand" zu erwähnen.

Meike Sasse, Bantikow

Der Mischling ist das liebevoll gepinselte, stilsichere und atmosphärisch sehr dichte Genre-Bild einer aus den 
Fugen geratenen, mühsam um ihre Contenance, um ihr letztes Habe in Geist und Besitz oder auch nur ums 
Überleben kämpfenden bürgerlichen Gesellschaft... Normalerweise wird in Autobiographien gelogen, was das 
Zeug hält. Beim Mischling hatte ich den durchgehend bleibenden Eindruck: Hier schreibt sich der Autor 
Traumata und Obsessionen von der Seele - ganz nach dem Geschmack des alten George Bernard Shaw. Man 
hüte sich vor älteren Männern; sie haben nichts mehr zu verlieren. Man könnte ergänzen: Erst im Alter sind 
schmerzhafte Wahrheiten über sich und andere erträglich. Also: Chapeau! Und eine Menge offen eingestan-
denen Neides ob dieser eleganten und bewegenden Schreibkünste. Die besseren Literaten und Lebens-
interpreten sind eben doch die Journalisten. 

Prof. Dr. Eckhard Freise, Historiker (Wuppertal)