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Rede zum Sekundarschulball 2010 - Frau Jung

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrter Herr Töttler, sehr geehrte Gäste und Ehrengäste !

Zuerst darf ich Ihnen herzliche Grüße unserer Schulleiterin, Frau Ackermann übermitteln, die leider aus Krankheitsgründen heute die Festrede 
nicht halten kann. Ich weiß, dass sie euch heute gern selbst Grüße und Anerkennung überbracht hätte und sicherlich bedauert es keiner mehr 
als sie selbst, dass sie heute nicht hier sein kann.


Ich freue mich, dass Sie alle trotz der bewegten Tage, die uns der Fußball jetzt bietet, hier sind um gemeinsam mit unseren Schülern diesen wichtigen 
Lebensabschnitt zu feiern. Auch wenn bei dem Ergebnis des heutigen Spiels Deutschland gegen Serbien so manch einer hier im Saal die Feierlaune 
etwas beeinträchtigt sieht, weil unsere Mannschaft mit 0 : 1 verloren hat, freuen Sie sich, dass Ihre Kinder, unsere Schüler, heute die Hauptakteure 
im Spiel sind --- Werden bejubelt, weil sie einen tollen Treffer gelandet haben --- beobachtet und vielleicht sogar bewundert. 
Meine lieben jungen Freunde, wir können heute sagen, dass ihr nach einem mitunter sehr aufregendem Spiel ein gutes Ergebnis erzielt habt.
Wenn ich an euer Motto „ Bereit für die Zukunft“ für den letzten Schultag denke, das ihr mit 1000 Luftballons in den Himmel geschickt habt, dass ihr 
euren Mitschülern aller Jahrgänge die Gelegenheit gegeben habt, ihre Wünsche und Träume zum Himmel zu senden, dann kann ich euch heute noch 
einmal auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen sagen, - das war ein Zeichen. - Eine Botschaft, die euren Optimismus verkündet, euren Ideen-
reichtum bezeugt, die eure Kräfte und euren Charme bei der Beschaffung von Luftballons beweist und die zeigt, dass ihr schon eine Reife in euch tragt, 
die euch von lärmenden und betrunkenen Alterskameraden deutlich unterschieden hat. Und nicht nur deshalb bin ich sehr stolz auf euch.
In vielfältigen Aktivitäten habt Ihr eure Interessen unter Beweis gestellt. So zum Beispiel mit dem von Herrn Bastian geführten Geschichtsprojekt mit 
Schülerinnen und Schülern der Klassen 10 R1 und 10 R3 „Zeitensprünge“, mit dem ihr es bis zum Bundeswettbewerb geschafft habt. Herzlichen Glück-
wunsch!
Luftballons, ausgestattet mit Wünschen und Träumen von Kindern und Jugendlichen sah man in den Himmel fliegen, wohl wissend, dass die sie auch 
zerplatzen können. Ich finde, es ist ein schönes Bild gewesen, wie die bunten Ballons aus unserem Schulgebäude in den Himmel geschickt wurden. 
Ein Symbol auch dafür, dass eure Wünsche und Träume in den Schulstuben Gestalt angenommen haben.
Wenn Träume Ziele werden sollen und damit die nächste Stufe ihrer Verwirklichung erreichen sollen, bedarf es einer Zielklarheit und natürlich einer 
beachtlichen Portion Fleiß.
Wenn ich euch zum Anfang meiner Rede zurückführen darf, so können hier sehr wohl die Fußballer Vorbild sein. Auch sie haben Träume, Wünsche, Ziele 
– eine ganze Nation träumt davon, dass wir unsere Spieler bei ihrer Rückkehr nach Deutschland als Weltmeister begrüßen können. 
Ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben und ohne einen enormen Trainingsfleiß, ohne Ehrgeiz wird dieses Ziel wie ein Luftballon, der der Sonne zu nahe 
kommt, zerplatzen.

Die Ergebnisse dieses Jahrgangs können sich sehen lassen: 
Insgesamt haben 11 Schüler den Erweiterten Realschulabschluss geschafft, können damit verschiedenste Wege für sich ins Auge fassen. Vielleicht einen 
Ausbildung, die man nur mit sehr guten Zensuren bekommt, vielleicht ein Abitur an einem Fachgymnasium, am Gymnasium unserer oder einer anderen 
Schule. Beste Schülerin des Jahrgangs im Realschulzweig ist Janine Schollbach, bester Schüler Denis Thomas. 66 % der Schüler in den Realschulklassen 
können die Schule mit einem Realschulabschluss verlassen. 
Die, die es nicht geschafft haben, müssen den Kopf nicht hängen lassen. Für euch wird sich eine neue Gelegenheit bieten, von dem kleinen Umweg, den 
ihr genommen habt, wieder auf den Hauptweg zu gelangen. Entscheidend ist, dass ihr euer Ziel kennt und weiterhin auf dieses zugeht.
Wir verabschieden heute auch Schülerinnen und Schüler des Hauptschulzweiges unserer Schule. Mutig hat sich die Hälfte der Schüler der besonderen 
Leistungsfeststellung gestellt. Das habt ihr gut gemacht, denn ihr wisst, wer nicht probiert, hat bereits verloren. Fünf von euch haben den qualifizierten 
Hauptschulabschluss erreicht, der nun berechtigt, auch den Realschulabschluss im nächsten Jahr zu wagen. Und dass das kein unerreichbarer Wunsch ist, 
zeigen die Ergebnisse der im letzten Jahr erfolgreichen Hauptschüler, die heute glücklich über den erreichten Realschulabschluss sein können.
Den besten Hauptschulabschluss erreichte Thunganh Tran.

Denkt daran, euer Schulabschluss ist nicht nur ein Abschluss eines wichtigen Lebensabschnittes, es ist auch ein Neubeginn.
Nach Schiller „bewohnt der Mensch den schmalen Grat der wirklichen Gegenwart zwischen den beiden ungeheuren Unwirklichkeiten: Vergangenheit und 
Zukunft.
Eure Schulzeit ist nun schon Vergangenheit – Klassenfahrten nach Bitburg, London oder Venedig zeigen, in welche weltoffene Zeit ihr hinein geboren seid.
Weltoffenheit erfordert aber auch Toleranz.
Dass für euch auch Vergangenes wichtig geblieben ist, zeigen die Einladungen, die ihr an unseren ehemaligen Schulleiter Herrn Töttler und einige Lehrer 
früherer Jahre verschickt habt. Und ihr seht, auch ihnen seid ihr wichtig. Im Vergangenen stecken Erfahrungen, die man in der Gegenwart verwertet. Erich 
Kästner wirbt für die Erinnerung so:

Die Erinnerung ist eine mysteriöse Macht 
und bildet den Menschen um:
Wer das, was schön war, vergisst, wird böse –
Wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm!

Also erinnert euch an das Gute und das Böse und versucht, euch Gutes zu bewahren und das Böse richtig zu verarbeiten.

„ Was dem Teile nützt, nützt auch dem Ganzen“ sagt Aristoteles und diese Weisheit hat bis heute ihren Sinn nicht verloren. 
Jedes einzelne Spiel, was unsere Fußballmannschaft gewinnt, nützt dem Ziel, das alle herbeisehnen. 
Jede gute Zensur, jeder Erfolg hat euch dem, was ihr euch als Ziel gesetzt habt, näher gebracht. Und es ist egal welches Tempo ihr vorlegt, entschei-
dend ist, dass ihr euch bewegt, nicht stehen bleibt, euch weiter entwickelt.

Liebe Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs 2010. Ich beglückwünsche euch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen zum erreichten 
Abschluss.

Sehr verehrte Eltern!
Als Ihre Kinder vorhin den Raum betraten, sich vor Ihnen präsentierten und Sie stolz auf Ihr Kind blicken konnten, war das nicht ein herrliches Gefühl? 
Wie haben Sie in den letzten Wochen mit gefiebert, ob ihr Kind das erwünschte Ergebnis schafft, - wie erlöst waren Sie , als ihm die Enttäuschung erspart 
blieb? Welcher Film läuft vor Ihrem geistigen Auge gerade ab? Fragt man sich, wo ist die Zeit geblieben? Oder vielleicht auch, was wird die kommende 
Zeit bringen?
All das, was diese jungen Menschen an Charaktereigenschaften besitzen, haben Sie mit geprägt. Sie haben Ihre Kinder groß gezogen, geschützt und 
mussten sich in der letzten Zeit mit einer neuen Form Eigenwillen auseinandersetzen. Ein deutliches Zeichen dafür: Ihre Kinder sind erwachsen geworden, 
wollen sich ausprobieren, wollen auch eigene Fehler machen. 
Goethe sagte einmal, dass Eltern Ihren Kinder zwei Dinge geben müssen: Wurzeln und Flügel. Die Familie, die für die Wurzeln steht, spielt eine große Rolle. 
Oma und Opa, die sich den Enkeln nicht nur in ihrer Sponsorentätigkeit großzügig zeigen. Die Gewissheit, dass es mit den eigenen Kindern gut geklappt 
hat, lässt gerade die Großeltern sehr entspannt sein. Sie können deshalb auch gütiger und großzügiger sein. Und dafür werden sie von den Enkeln geliebt, 
als Zufluchtsort vor der Strenge der Eltern gesucht und manchmal nur, um das Selbstbewusstsein ein bisschen aufzutanken. Dieser Zusammenhalt in der 
Familie wird ihren Kindern Rückhalt geben und sie für die Zukunft vorbereiten und stark machen.
Vergleichbar mit der Fußballmannschaft und ihrem Trainer. Nicht alles, was der Trainer sagt, findet im Spiel Berücksichtigung, wenn man dann gewonnen 
hat, ist es eher verzeihbar.
Liebe Eltern, sie können auf Ihre Kinder sehr stolz sein. Sie sind gute Trainer gewesen, haben ein gesundes Maß an Geduld und Härte gefunden, aber vor 
allem lieben sie ihre Kinder. Sie haben ihnen so manchen harten Ball abgefangen und wenn die Schiedsrichter Ihrer Meinung nach Fehlentscheidungen 
getroffen hatten, haben Sie versucht, die richtige Entscheidung für Ihr Kind zu erwirken.
Die Schiedsrichter in unserem Fußballspiel sind wohl Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen. In Ihrer Verantwortung lag es zu erreichen, dass es ein faires 
Spiel wird, in dem jeder gewinnen kann. Fouls gab es nicht viele, aber wenn sie passierten, war es die schlichtende Hand der Klassenleiterinnen Frau 
Weber, Frau Päutz, Frau Kleppek und Frau Kathe sowie des Klassenleiters Herr Herzog, die wieder Ruhe ins Spiel brachte. Ihnen möchte ich sehr sehr 
herzlich danken, dass Sie mit viel Geduld, pädagogischem Geschick, aber manchmal auch mit scheinbar gandenloser Konsequenz dafür gesorgt haben, 
dass Ihre Schülerinnen und Schüler das Ziel nicht aus dem Auge verlieren. Dass das nicht immer eine leichte Arbeit für Sie und die einzelnen Fachlehrer-
innen und Fachlehrer war, ist bei diesen temperamentvollen jungen Menschen denkbar. Aber Sie haben es mit Ihren Schülern gemeistert.
Auch wenn die eine oder der andere von der Bahn abzukommen schien, so haben Sie nichts unversucht gelassen, um Impulse zum Nachdenken zu geben 
und eventuell Korrekturen anzuregen.
Ich danke Ihnen dafür sehr herzlich, dass Sie mit dafür gesorgt haben, dass sich unsere Abschlussjahrgänge an der Schule aufgehoben fühlten.
Auch wenn Sie manchmal für eine scheinbare Fehlentscheidung als Schiedsrichter ausgebuht wurden, haben Sie dafür gesorgt, dass das Spiel ohne 
größere Verletzungen ausging. Und so mancher Klassenleiter war auch wie ein Mannschaftsbetreuer, der sich um alles kümmert, womit es der Mannschaft 
gut geht.
Liebe, nun schon bald ehemalige Schülerinnen und Schüler. Ihr seht, die aktuellen Ereignisse dieser Tage lassen sich ganz gut mit eurem Leben in Verbin-
dung bringen.
Deutschland hat heute verloren, aber ihr geht heute mit eurem Zeugnis in der Hand als Gewinner ins Leben. Jeder von uns weiß, dass es nicht entschei-
dend ist, immer zu gewinnen, entscheidend ist, wie wir mit den Niederlagen umgehen. Wenn wir sie als Hinweis darauf betrachten, dass wir noch etwas 
verbessern können, dann werden wir uns immer weiterentwickeln, nie wirklich stehen bleiben. Aber wenn wir nach Schuldigen suchen, die das eigene 
Versagen rechtfertigen sollen, dann werden wir wichtige Zeit unseres Werdens sinnlos vertun.

Dazu passt ein Zitat von Mutter Teresa:

Das Leben ist ein Abenteuer – wage es
Das Leben ist Glück – verdiene es
Das Leben ist Leben – verteidige es.

Heute träumen wir, dass Deutschland Weltmeister wird und dass die heutige Niederlage uns daran nicht hindert. Dieser Traum darf uns noch ein paar Tage 
fesseln. Aber dann wünsche ich euch, dass ihr eure eigenen Träume wieder wach rüttelt, dass ihr danach sucht, was euch glücklich macht und dass ihr 
den Anpfiff eures Spiels, was sich auf das Leben bezieht, nicht verträumt.

Ich wünsche euch für euren weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute, euch und euren Familien Gesundheit. Möge der Erfolg und das Glück euch begleiten, 
aber vor allem wünsche ich euch, dass ihr ganz dem Fußballspiel gleich, gute Mannschaftskameraden, Trainer und 
Schiedsrichter findet, die euer Spiel sinnvoll begleiten.
Ich wünsche euch und uns, dass ihr jederzeit gern an eure Schulzeit zurück denkt und ganz zuversichtlich sage ich:

Wir sehen uns vielleicht schon bald!

Halle am 18.06.2010