"Bildung kann man nicht downloaden! - ein Resümee                                                                                               

Die obige Aussage stammt aus einem Interview von SPIEGEL ONLINE mit Günther Jauch aus dem Jahr 2009. 

Vor eineinhalb Jahren, im Januar 2012, meine Klasse war zu dieser Zeit eine siebente Klasse, stellte die Wissensfabrik in un-
serer Schule ein Projekt vor, bei dem es darum ging, dass Schüler eine Firma gründen, betreiben und wieder abwickeln.
Das hörte sich für mich interessant an und obwohl ich keine Ahnung hatte was da auf uns zukommt wollten wir es wissen. 
So nahm ich mit zwei weiteren Kollegen an einer Auftaktveranstaltung in Eschborn teil, wir lernten unsere Wirtschaftspaten 
Herrn Fink von KSB Halle und Herrn May von Bilfinger (ehem. HSG Zander) kennen und waren plötzlich mittendrin im Projekt.
Alle Bedenken, ob das mit einer siebenten Klasse zu schaffen ist, beiseite gewischt, begann mit den Schülern die Ideenfindung.
Relativ schnell war klar, es sollte etwas mit gesundem Essen sein. Schließlich war die Idee von Humboldt Saft Bude geboren. 
Aus gesundem Essen wurden gesunde Getränke, wir wollten Smoothies herstellen. 

Noch vor den Sommerferien im September 2012 lernten wir Preise mit EXEL zu kalkulieren. Um zu erfahren, was sich gut ver-
kaufen würde, wurde ein Fragebogen für alle Schüler der Schule entworfen und ausgewertet. Nach den Sommerferien wurden 
die ersten Rezepte ausgesucht und probegemixt, Werbeplakate erstellt und ein Auftritt auf der Schulhompage vorbereitet. Im 
November war der Geschäftsplan fertig. Nach erfolgreicher Kreditverhandlung mit der Saalesparkasse bei der unser Geschäfts-
führer Axel Everding, sein Stellvertreter Andreas Goussev und der Leiter der Finanzen Jonas Engelhardt den Damen Rede und 
Antwort stehen mussten, konnten wir loslegen. 
Im Rahmen des Hauswirtschaftsunterrichtes produzierten wir die ersten Smoothies, und die Geschäftseröffnung stand an. Alle 
waren schrecklich aufgeregt. Das Experiment „Firma“ nahm seinen Lauf. 
Nach und nach zog eine gewisse Routine in die Produktion und den Verkauf ein. Wir mussten erfahren, dass die Verkaufszahlen 
schwankten, unser grüner Smoothie nicht der Renner wurde, da er auf Grund seiner Farbe die Kunden abschreckte, obwohl er 
total lecker war. Im Laufe der Zeit konnten wir unseren Kredit zurückzahlen und Gewinn erwirtschaften.

Mittlerweile war das erste Quartal 2013 schon vergangen und die zum Projekt gehörende Abwicklung der Firma rückte näher. 

Kurz vor der Schließung unserer Firma stellten wir am 23.April 2013 nochmals allen Beteiligten Unternehmen und Personen den 
Verlauf unseres Projektes auf drei A1-Plakaten und die Smoothieproduktion in der Praxis vor.

Frau Heinzelmann von der Wissensfabrik e.V. fand unser Projekt super und lud uns spontan zum Mitgliedertag der Wissensfabrik 
e.V. am 19.06. ins Mercedes Event Center nach Sindelfingen ein um dort unsere Firma noch einmal zu präsentieren. 
Unsere Bildungspartner-Unternehmen Bilfinger und KSB erklärten die Bereitschaft die Kosten der Anfahrt und Übernachtung zu 
übernehmen. Das hat uns schon beeindruckt.
Nun begann es richtig aufregend zu werden. Ich war in ständigem Kontakt mit Frau Dr. Hutzler von der Wissensfabrik e.V., um 
unseren Besuch in Sindelfingen zu planen.

Am 18.06. fuhr ich dann gemeinsam mit dem Geschäftsführer von Humboldt Saft Bude Axel Everding und den beiden Schüler-
innen Annika Callenius und Cindy Weigelt nach Sindelfingen. Am Abend fand dort im Mercedes Event Center die Generalprobe 
der Podiumsdiskussion statt, welche von Kate Maleike vom Deutschlandfunk geleitet wurde. Zum Glück hatten wir während der 
Autofahrt genügend Zeit, um uns auf die Fragen vorzubereiten. Wir nahmen unseren Stand in Augenschein und unsere Plakate, 
die eigens zur Präsentation angefertigt wurden, kamen hier wieder zum Einsatz.
Das Gelände und der Veranstaltungsort waren für die Schüler der achten Klasse und auch für mich recht beeindruckend. 

Am nächsten Morgen wurde es ernst. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zum Eventcenter. Die Aufregung bei den Schü-
lern stieg und die der Lehrerin auch. Wann hat man schon mal die Gelegenheit vor so vielen Leuten zu reden. Die Veranstaltung 
wurde eröffnet von Johanna Coleman, Vorstandsvorsitzende der Wissensfabrik. Spätestens als Herr Dr. Dieter Zetsche, Vor-
stands-vorsitzender der Daimler AG, sein Grußwort sprach war allen beteiligten Schüler bewusst, welch großes Auszeichnung es 
war, an einer solchen Veranstaltung teilnehmen zu können. 

Die Podiumsdiskussion meisterten die Schüler souverän. Danach begann der Verkauf von Smoothies an die Gäste. Da eine eige-
ne Produktion im Mercedes Event Center nicht erlaubt war, waren es industriell hergestellte Smoothies, die uns von Daimler zur 
Mann und die Frau. 

Anfang Juni fand dann gemeinsam mit Herrn Fink und meiner Klasse die Auswertung des Projekts statt. Wir waren doch sehr er-
staunt, wie gut sich die Jugendlichen reflektieren konnten und welche überraschenden Schlussfolgerungen sie zogen. So be-
merkten sie, wie gut sie während des Projekts als Team gearbeitet hatten und dass sie mit manchem Mitschüler zusammenar-
beiteten, mit dem sie vorher kaum ein Wort gewechselt hatten und sie waren selbst überrascht von den Leistungen, die sie im-
standewaren, abzuliefern. So mancher zeigte sich von einer Seite, die man nie vorher bemerkt hatte.

Zum Abschluss unseres Projekts leisteten wir uns ein Knigge- Seminar im Maritimhotel. Der letzte Schliff für alle angehenden
 „Unternehmer“! Und so schließt sich der Kreis zum Eingangszitat:
„Bildung kann man nicht downloaden!“

Ich möchte allen Dank sagen, die uns diese Erfahrungen machen ließen, für die geistige und die finanzielle Unterstützung, be-
sonders Herrn Fink und Herrn May, welche uns Woche für Woche das „Laufen“ beibrachten, sowie an Frau Tharann und Frau 
Münch.

Heike Bouillon
Klassenlehrerin der 9R4
KGS „Wilhelm von Humboldt“ 
Halle/ Saale