Vortrag Afghanistan                                                                                                                                                                

Am 22.10.2014 hielt Herr Knut Müller, ein Fotograf, Fotoreporter und Journalist der Zeitung Spiegel, einen Bildvortrag 
über seine mehrfachen Aufenthalte in Afghanistan. 
Anfangs berichtete er uns unter anderem von der Extremistengruppe Taliban, welche von 1995 – 2001 dort an der 
Macht waren. Natürlich waren diese auch am Vorfall des 11.September 2001 in New York beteiligt.

Er erzählte uns auch eine Menge über die Zustände in Afghanistan, z. B. dürfen dort Mädchen nicht in die Schule, 
Frauen hatten keine Rechte, andere Kulturen waren verboten. Die Jungen durften in die Schule, aber dort lernten sie 
den Koran auswendig. Dieser war in einer ganz anderen Sprache geschrieben, als die Kinder sprachen. Aus diesen 
Gründen gibt es dort heute noch bis zu 70 % Analphabeten. 

Danach las er uns aus seinem Buch „Afghanischer Traum“ diverse Auszüge vor. Darin schreibt er von seinen Erleb-
nissen, als er die Bundeswehr im Kundus begleitete. Nun durften wir ein paar Fragen an ihn stellen. Auf die Frage, 
ob er Menschen hat sterben sehen, antwortete er mit: „Ja, viele.“

Er wurde auch einmal angeschossen, zum Glück hatte er eine Schutzweste an. Doch drei Kollegen, die er gut kannte, 
leben heute nicht mehr. Er hatte auch schon einmal einen Taliban getroffen. Er sagte, sie seien neugierig, aber 
misstrauisch. 

Dann stellten wir auch ein paar persönliche Fragen, z.B. ob er mit der psychischen Belastung klarkomme. Diese beant-
wortet er mit ja, man müsse schon stark sein, sonst könne man das auf Dauer nicht aushalten.
Eine sehr bedrückte Stimmung kam auf, als jemand fragte, wie seine Frau damit umgehe. Seine Frau hat dies auf 
Dauer nicht ausgehalten und nicht gewollt, sie hat sich getrennt.

Später berichtete Herr Müller von seinem Aufenthalt in Kabul – der Hauptstadt von Afghanistan. Er zeigte uns ent-
sprechende Bilder, auf denen Frauen zu sehen waren. Sie saßen am Straßenrand und mussten betteln, denn sie 
hatten wahrscheinlich keine Männer mehr und ohne Mann ist man in Afghanistan nicht abgesichert.
Aber es gibt auch Fortschritte, z. B. dürfen Frauen heute studieren und können dafür Computer nutzen, was früher 
un-denkbar war. Er zeigte uns Bilder von der Bundeswehr, wie sie seit 2002 in Kasernen und später in richtigen 
Baracken lebten. Dort haben sie sich auch ein Krankenhaus aufgebaut, um Verletzten zu helfen. 

Sie unternehmen Patrouillenfahrten, um sich zu zeigen, aber auch um Verletzten und Kranken am Straßenrand zu
helfen. Anschließend zeigte Herr Müller uns noch Bilder von alten ehemaligen Palästen, die von den Russen zer-
schossen wurden. Herr Müller zeigte uns weitere Bilder und erzählte dazu.

Natürlich kann er nicht alle Sprachen lernen, die dort gesprochen werden. Deshalb hat er sich für seine Reise einen 
Dolmetscher organisiert. Dieser saß später, so erzählte Herr Müller uns, im Gefängnis, weil er versucht hatte, den 
Koran zu übersetzen. Doch zusammen mit Kollegen und Bildbeweisen hat Herr Müller den Dolmetscher dort herausge-
holt. 

Ganz im Gegensatz zu Afghanistan ist Pakistan sehr modern. Frauen dürfen sogar in Kneipen gehen und haben mo-
derne technische Geräte. 

Nach dem Vortrag bedankten wir uns bei Herrn Müller, denn seine Ausführungen zu Afghanistan haben uns sehr 
geholfen, uns ein Bild über die dortigen Zustände machen zu können.

JR 10R4