Europa zum Anfassen                                                                                                                                                                                                          

Treffen der Europaschulen Sachsen-Anhalts in Brüssel vom 08.-11.09.
Nach der offiziellen Ernennung unserer KGS zur Europaschule im Mai 2019 liegt viel Arbeit vor uns, um diesen begehrten Titel mit Leben zu füllen. 
Gewinnbringende Anregungen konnten Frau Ackermann und ich bei einem Fortbildungsangebot besonders attraktiver Natur erlangen, denn die 
Landesfachbetreuerin für Europabildung hatte SchulleiterInnen und EuropakoordinatorInnen zum Europaseminar in Brüssel geladen. 

Neben den Austauschmöglichkeiten mit VertreterInnen anderer Europaschulen über Konkretisierungen der europabezogenen Bildungsarbeit zielte 
der Aufenthalt in der belgischen Hauptstadt darauf ab, die Institutionen der EU sowie deren Angebote im Bildungsbereich kennenzulernen und zu 
diskutieren. Dafür besuchten wir, zusammen mit der Landesvertretung Sachsen-Anhalt, die Europäische Kommission sowie das EU-Parlament, wo 
wir die Gelegenheit zu einem interessanten Austausch mit dem Europaabgeordneten der CDU-Fraktion, Sven Schulze, erhielten, welche wir vor 
allem nutzten, um brennende Fragen im Bereich Bildungspolitik aufzuwerfen. Als eines Besuches wert erwies sich insbesondere auch das Haus der 
europäischen Geschichte, welches in einer Mischung aus historischen Exponaten, und digitalen Video-, Audio- sowie Informationsbeiträgen u.a. 
über die Nationalstaatenbildung und die Konstituierung der politischen Union seit dem 18. Jahrhundert informiert. Als alternativer Bildungsort 
außerhalb des Unterrichts ist diese sehr ansprechende Ausstellung besonders angesichts des kürzlichen Abstiegs des Unterrichtsfaches Geschichte 
als ausschließlicher Grundkurs bei einem Aufenthalt in Brüssel auf jeden Fall zu empfehlen. 
Das wirklich ambitionierte und von GOEUROPE! unterstützte Programm enthielt uns durch eine interessante Stadtführung mit Insidereinblicken auch 
kulturelle Freuden nicht vor. Diese wurden in individuell unterschiedlicher Intensität wahlweise durch das Verköstigen belgischer Schokolade, 
Waffeln und Brauereiprodukte genossen. 
Zuletzt beinhaltete unser Aufenthalt auch eine utopische Note, für die der Besuch im Schoolnet FutureLab sorgte. Dort wurde uns der Idealtypus 
des Klassenraums der Zukunft vorgestellt, welcher neben gelingender Digitalisierung auch Raum und Mut zum Betreten pädagogischen Neulands 
erfordert. Die teilweise artikulierte Aufgeschlossenheit der schulischen VertreterInnen wurde jedoch durch klar definierte Mängel in der Realität 
staatlicher Schulen, allen voran hinsichtlich des fehlenden Platzes und launischer Leitungen, getrübt. Trotzdem können wir positive Schlüsse aus 
diesem aufregenden und anstrengenden Aufenthalt ziehen: Entgegen der erschreckenden jüngsten Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg, 
trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Bildungsbereich und auch angesichts wenig konkreter Antworten von Seiten der Politik auf daraus entstehen-
den Fragen gibt es noch eine Menge weltoffener Menschen, denen daran gelegen ist, junge Menschen zu kosmopolitischen, toleranten, verantwor-
tungsbewusst agierenden Bürgern zu erziehen und sich dafür auch außerhalb der bezahlten Dienstzeit einzusetzen – ohne dies liefe an staatlichen 
Schulen längst nicht mehr viel. Und wer Sorge trägt, dass ältere Generationen womöglich zu eingerostet sind, um Gewohntes zu verändern und so 
bestimmten Missständen entgegenzuwirken, darf, trotz aller landläufiger Kritik an der „heutigen Jugend“ hoffnungsvoll auf die jungen Leute von heute 
schauen. Diesen Eindruck zumindest gewannen wir angesichts der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die uns im Rahmen ihres Engagements für 
GOEUROPE begleiteten. Dazu gehörten aufgrund der durch Absagen einzelner Europaschulen freigewordenen Plätze zwei Schüler des Dr.-Carl-
Hermann-Gymnasiums in Schönebeck, welche außerdem bei den Jusos politisch aktiv sind. Sie zeigten sich nicht nur kritisch im Gespräch mit Sven 
Schulze, sondern sprühten vor Ideen zur Verbesserung gesellschaftlicher Missstände, v.a. auch im Bildungsbereich, wovon sich so mancher Politiker 
eine Scheibe abschneiden könnte. Inspiriert von Hoffnungsschimmern dieser Art und inhaltlichen Anstößen traten wir nach zwei ereignisreichen Tagen 
am Mittwochmorgen die zehnstündige Rückreise an. Im Gepäck hatten wir dabei auch Anregungen zu europabezogenen Schulprojekten, u.a. auch 
ganz konkret mit anderen Schulen des Netzwerks. Somit konnten wir, geschafft und doch bereichert, ein positives Fazit aus unserer Teilnahme am 
Europaseminar ziehen. 
Wir danken GOEUROPE! und dem Netzwerk der Europaschulen für die Organisation dieses spannenden Aufenthaltes sowie dem Land Sachsen-Anhalt 
für die finanzielle Unterstützung desselben.
AM