-Der kultige Kopfkrauler ----
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Der Wellness-Trend sorgt für ein 
enormes Wachstum der Gesund- 
heitsbranche. Aber was ist über- 
haupt Wellness? Diese Frage stel-
len sich viele. Der Begriff Wellness 
setzt sich aus den beiden Wörtern 
Wellbeing und Fitness bzw. aus 
Wellbeing und Happiness zusam- 
men. Wellness zielt auf das Wohl-      
befinden von Körper und Seele. Es 
bedeutet so viel wie gesund zu le- 
ben, sich wohlzufühlen, die körperl- 
iche, geistige und vor allem die 
seelische Zufriedenheit zu steigern. 
Es werden dazu natürliche Hilfsmit-
tel wie zum Beispiel Wärme, Wasser, 
Licht, Luft, Massagen und Musik 
verwendet. Wellness zählt zum Be-
reich des sogenannten Zweiten Ges-
undheitsmarktes, unter den die pri-
vate Versorgung neben der Kranken-
versicherung fällt. Wie die Unterneh-
mensberatung Roland Berger im letz-
ten Jahr feststellte, geben Erwach-
sene rund 900 Euro im Jahr zusätzl-
ich zu den Versicherungsleistungen 
für die Gesundheit aus. Während der 
Zweite Gesundheitsmarkt 2003 nur
ein Volumen von 49 Milliarden Euro 
umfasste, seien es heute schon 60 
Milliarden. Wellness ist ein Lebens-
stilkonzept geworden, das uns über-
all
hin verfolgt:
Wellness- Brotaufstrich, Wellness-
Shampoo, WellnessUrlaub. – Es gibt 
kaum einen Lebensbereich, der von 
Wellness verschont bleibt. Ein über-
aus kultiges Wellness-Produkt ist die 
Haarke: ein Gerät, das auf der Kopf-
haut, also zwischen den Haaren, 
harkt. Unter all den öden Sisal- 
Handschuhen, Fußmassage- rollern 
und esotherischen Klangschalen 
sticht dieser Kopfkrauler heraus. Er 
erinnert an einen Schneebesen: Das 
Objekt besteht aus acht biegsamen 
Messingantennen, die fest mit einem 
Holz- oder Messinggriff verbunden 
sind. Dieses etwa 40 Zentimeter 
lange Gerät setzt man sich auf den 
Kopf und schiebt es vorsichtig in 
Richtung der Ohren. Und wie-
der zurück. Der Effekt: Zunächst 
läuft einem ein Prickeln über den 
Rücken, dann stellt sich ein Woh-
gefühl am ganzen Körper ein. Ein 
Blogger nennt die Haarke ein „Wun-
derding“ und berichtet von der An-
wendung: „Das Gefühl ist nicht nur 
entspannend, es jagt einem regel-
rechte Schauer über den Rücken, 
die Haare stellen sich auf, Gänse-
haut.“ Eine leichte Kopfhautmas-
sage mit der Haarke fördert die 
Durchblutung und stimuliert die sich 
dort befindenden Nervenendigungen. 








Sich zu haarken erfrischt und entspannt.
Allerdings muss man aufpassen, vor lauter 
Entspannung keine der Antennen ins Auge 
zu bekommen. Dochwie ist dieses ausge_
fallene WellnessGerät entstanden? Steffi 
Bergmann, die an der Entwicklung der 
Haarke beteiligt war, berichtet aus der 
Geschichte des kleinen Schleswig-Holstei-
ner Unternehmens Dr. Bergmann & Burg-
haus, das die Haarke produziert und ve-
treibt: „Begonnen hatte die Sache mit 
der Haarke im Jahre 2004 während un-
seres Psychologiestudiums.“ Die Studen-
tengruppe bot ein Stressbewältigungs-
seminar für prüungsgeplagte Kommilitonen
an und
experimentierte dort mit einem 
Haarke-Vorläufer. Das Objekt war derart 
erfolgreich, dass sich die Gruppe um Stef-
fi Bergmann entschied, sie selbst in großer 
Stückzahl herzustellen. „Die allerersten 
Haarken haben wir in unserer 45-qm-Stu-
dentenwohnung gebaut, was unseren nor-
malen Alltag veränderte.
Steffi Bergmann 
und ihr Team legen wert auf hohe Quali-
tätskriterien: Sie arbeiten nur mit einhei-
mischen Lieferanten zusammen, beziehen 
das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft 
und verwenden ausschließlich umweltscho-
nend produziertes Verpackungsmaterial. 
Dadurch hebt sich dieses junge Start-Up 
deutlich von anderen Unternehmen ab, die 
in Billiglohnländern wie China produzieren
lassen. Damit entspricht die Herstellung 
der Haarke dem allgemeinen Trend, dass 
Verbraucher bei der Kaufentscheidung zu-
nehmend auf Nachhaltigkeit achten. Insge-
samt bleibt die Produktpalette von Dr. 
Bergmann & Burghaus überschaubar: Neben 
dem Kopfkrauler bietet das kleine Unterneh-
men zwei Jahre nach Eröffnung des Online-
Shops zum gleichen Preis die Kraule an, ein 
entsprechendes Gerät für den Rücken; au-
ßerdem als Ergänzung einen Ständer, in dem 
Haarke und Kraule aufbewahrt werden kön-
nen.Im Absatzerfolg reichte die Kraule 
schnell an die Haarke heran. Über die Zu-
kunft sagt Steffi Bergmann: „Perspektivisch 
möchten wir unser Repertoire an nativen 
Wellness-Produkten erweitern und haben 
insgesamt die Richtung der Gesundheits-
prävention weiter im Auge.“ Damit steuert 
das Unternehmen einen Trend an, dem 
auch die Studie des Deutschen Wellness 
Verbands eine der größten Wachstums-
chancen einräumt ........


Zeckert Sabrina
                                             
gekürzte Fassung