Unternehmen sanieren und zahlen
Private setzen Schulen und Kitas instand - Stadt bleibt Eigentümer - Pilotprojekt in Halle
(aus der MZ vom 23.11.2006)

 

Neun Schulen und vier Kitas sollen in Halle von privaten Unternehmen und Banken saniert werden. Die Privaten betreiben anschließend auch die Einrichtung. Die Stadt, die für die Bildung zuständig bleibt, ist aber weiter Eigentümerin der Immobilie. Sie begleicht die Kosten mit Ratenzahlungen, die einen Zinssatz von 4,1 Prozent enthalten, über einen Zeitraum von 25 Jahren. Diesem so genannten PPP-Modell (Puplic Private Partnership) hat der Stadtrat gestern (22.11.2006) grünes Licht gegeben. Halle ist mit diesem Modell Pilotprojekt in Deutschland.

Der Wirtschaftsprüfer Jens Rauschenbach, der PPP-Mo-

 

delle in Sachsen - Anhalt begleitet, verwies gestern vor Journalisten darauf, dass das Interesse in der Wirtschaft an solchen Vorhaben groß sei. Den Zuschlag für das Schulprojekt hätten Bilfinger / Berger, HSG Technische Service GmbH, die Landesbank Baden - Würtem- berg mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau bekommen....

Die Vorteile für die Stadt würden auf der Hand liegen, so Rauschenbach. Angesichts klammer Kassen seien die Kommunen kaum in der Lage, allein die dringend nötige Sanierung von Schulen und Kitas in Angriff zu nehmen. Oft werde nur "Flickschusterei" betrieben.

 

Der akute Sanierungsbedarf in Halle werde auf 64 Millionen Euro geschätzt......

Am Schulstandort KGS Wilhelm von Humboldt / Grundschule Lilien sollen zum Beispiel der Hort, die 
Speiseversorgung und eine Drei - Felder - Halle neu gebaut werden.......

Das PPP-Modell in Halle würde auch zur Einsparung von Kosten führen, die der Wirtschaftsprüfer auf insgesamt 48 Millionen Euro bezifferte. Unternehmen würden ganz anders kalkulieren, wenn sie nicht nur für den Bau, sondern auch für die Finanzierung und den späteren Betrieb zuständig seien, so Rauschenbach.