....... Chronik der KGS "Wilhelm von Humboldt" - Teil 2 -

März 1977

Monat der Ordnung, Sauberkeit und Disziplin, Jahrestag der NVA, Jahrestag der FDJ, Gratulation zum internationalen Frauentag, Gratulation 
unserer Genossen zur Wahl, Jugendweihe der 8. Klassen und Galerie der Freundschaft.
(7)

Thematische Mitgliederversammlungen der Pionierorganisation fanden für die Klassen 1 – 7 unter dem Thema: „Der rote Oktober verändert die Welt“ 
und für die Klassen 8 – 10 unter dem Thema: „Lenins Träume werden wahr“ statt. Die Teilnahme war für alle Schüler Pflicht.

Die Schüler der Schule nahmen regelmäßig an der Veranstaltung “Zum Tag der Jungen Techniker“ teil. Der nachfolgende Zeitungsartikel der „Freiheit“ 
vom April 1977 beschreibt dieses Ereignis umfassend und verbindet politische Ereignisse mit dem Schulleben. Man schrieb über: [..] den 60. Jahrestag 
der Oktoberrevolution, dem Siegeszug des roten Sterns, dem Vermächtnis Lenins [..] .

 

Am Ende des Schuljahres 1977 erhielten 120 Schüler die Urkunde „Für gutes Lernen“ und 19 Schüler das Abzeichen „Für gute Arbeit in der Schule“. 
48 Schüler wurden in das Ehrenbuch eingetragen, 15 Schüler erhielten eine Auszeichnung für „besondere Aktivitäten“, 6 Schüler verließen die 
8.Klasse als Abgänger zur Erweiterten Oberschule, ein Schüler wurde in die KJS verabschiedet, zwei Schüler der 7.Klasse und neun Schüler der 
8.Klasse begannen eine Lehre.

1977 sammelten die Schüler 4.280 kg Altstoffe und bis Mai 1978 waren es noch einmal 1.600 kg. Gespendet wurde 1977/78 vom Kuchenbasar 68,45 M, 
Bücherbasar 90,00 M, als Solidaritätsspende konnte 892,97 M und als Spende vom Fest „Roter Oktober“ 800 M abgerechnet werden.

1978 wurden zwei erste Klassen mit jeweils 30 Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Gebildet wurden die Klassen 1a und 1b.

 

1978

Abschlussergebnisse
Mit“ Auszeichnung“ bestanden                    1  Schüler
mit „sehr gut“  bestanden                        10  Schüler
mit „gut“ bestanden                                15  Schüler
mit „befriedigend“ bestanden                    13  Schüler
mit „genügend“ bestanden                         6  Schüler
nicht bestanden                                       1 Schüler 
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Patenbetrieb


Die Schule pflegte seit dem Jahr 1971 einen Patenschaftsvertrag mit dem STBK (Stadtbaukombinat). 1973 wurde ein Vertrag mit der Fachdirektion 
Forschung der VEB Leunawerke abgeschlossen. In diesem Vertrag war niedergeschrieben: Zur Verwirklichung der historischen Mission hat die 
Arbeiterklasse die Aufgabe, ihren Einfluss auf die Bildung und Erziehung der jungen Generation wirken zu lassen.
 

Jede Schule in Halle-Neustadt hatte Patenschaftsverträge mit verschiedenen Volkseigenen Betrieben. Die Schulleitung begründete die beiden Paten-
schaftsverträge im Bauwesen und der Chemie mit den Beschlüssen des IX. Parteitages der SED. Es wurde die Wichtigkeit der Chemie und des Baus 
für unsere Volkswirtschaft hervorgehoben [..]. Deshalb ist auch erklärbar, dass viele Schulabgänger in der Bau- und Chemieindustrie arbeiten.

Finanzielle Unterstützungen durch den Patenbetrieb waren die Regel. Im Gegenzug stellte die Schule den Sportplatz für Betriebsfestspiele zur Verfügung. 
Auch kritische Worte fanden die Chronisten: Die Hilfe bei der FDJ-Arbeit von Leuna  ist ungenügend. [..] [Die] Berufsberatung von Seiten [der] Schule 
ist [aus] Leunas Sicht ungenügend. Die Leitung der AG’s ist schwierig durch die große Entfernung
. (1)

„Fest des Roten Oktober“

Am 28.10.1978 wurde in Berlin das Treffen der „Weltjugend“ eröffnet. In der Freiheit lesen wir: "Die Delegation des Bezirkes Halle wurde 
von einer Schalmeinkapelle ins Stadion der Weltjugend geleitet."

Das „Neue Deutschland“ schrieb: "Zehntausende Teilnehmer vereinigen sich im Stadion der Weltjugend zum ,Salut, Roter Oktober'.“

In der Hauptstadt der DDR beginnt heute das Fest des Roten Oktober. Zehntausende FDJ-Mitglieder und Thälmannpioniere werden auf der Eröffnungs-
kundgebung im Stadion der Weltjugend und auf 600 weiteren Veranstaltungen in einer großartigen Leistungsschau ihr Treuebekenntnis zu unserem 
sozialistischen Vaterland ablegen, [..] Die Teilnehmer [..] waren am Dienstag mit Sonderzügen [..] angekommen.

Auch aus der Artur-Becker-Oberschule waren zwei Lehrer und drei Schüler als Delegierte in Berlin dabei.

 

1979

Schulspeisung

Der größte Tei der Schüler nahm an der Schulspeisung teil, genutzt wurde der große Saal der „Neustädter“ Gaststätte. Heute befindet sich in diesem Gebäude 
eine leer stehende Zweigstelle der Sparkasse und ein Supermarkt. Oft war der Speisesaal durch die hohe Zahl der Schüler aus der 10., 11., 12., und 13. POS 
überlastet.

                                                                                                      Essenmarken 1979

Jungpioniere

Auszüge aus dem Statut der Jungpioniere: 
In den 1. bis 3. Klassen werden Gruppen der Jungpioniere gebildet. Gruppen der Thälmannpioniere werden in den Klassen 4 bis 7 gebildet.
In den 
Gruppen der Jungpioniere lernen wir, nach unseren Pioniergeboten zu leben und zu handeln. Wie bereiten uns darauf vor, gute Thälmannpioniere 
zu werden. 
Jungpioniere im 2. und 3. Schuljahr wählen einen Jungpionierrat. In den Gruppen der Thälmannpioniere lernen wir, nach unseren Pioniergesetzen 
zu leben und zu handeln. Wir bereiten uns darauf vor, gute Mitglieder der Freien Deutschen Jugend zu werden. 
In den Gruppen der Jungpioniere und der Thälmannpioniere sollen sich alle Pioniere wohl fühlen, gemeinsam lernen, arbeiten und fröhlich sein. In den 
Pioniergruppen unterhalten wir uns über politische Ereignisse. Wir überlegen, wie wir die Pionieraufträge gut erfüllen können, helfen uns beim Lernen 
in der Schule, sprechen über Leistungen und das Verhalten der einzelnen Mitglieder, loben gute Taten und helfen denen, die Schwierigkeiten haben.
(4)

FDJ–Leben

                                             Jedes Jahr wurden die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse in den Verband der „Freien Deutschen Jugend“, der FDJ 
aufgenommen.
Nebenstehendes Bild: Hier bekamen die Schüler von langjährigen FDJ–Mitgliedern während der Feierstunde die 
FDJ–Ausweise übergeben.

Gern und oft wurde über Schüler berichtet, die durch besonders gute Leistungen in der Schule auffielen und die in der 
FDJ–Arbeit besonders aktiv waren.

 




Die FDJ erzieht die Jugend auf der Grundlage des wissenschaftlichen Kommunismus zur Liebe zur Arbeit, zur Liebe und Achtung der Arbeiterklasse und 
ihrer Partei, der SED [..]. 
Die FDJ sieht in der Teilnahme der Jugend an der allseitigen Stärkung der DDR ihren wichtigsten Beitrag im Kampf zur Überwindung des Imperialismus. 
Sie erzieht ihre Mitglieder im Geiste der Prinzipien des proletarischen und sozialistischen Internationalismus, der Freundschaft und brüderlichen Solidarität 
der Jugend aller Länder, besonders aber zur Sowjetunion. Die FDJ organisiert die Verbreitung des Marxismus-Leninismus und hilft den jungen Menschen 
beim Studium der Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus und der Beschlüsse der SED
[..]. (5)

Die Bekleidung des FDJlers war das blaue Hemd mit dem Emblem auf dem linken Oberarm. Zu besonderen Anlässen wurde die blaue Fahne mit dem FDJ-Emblem 
gehisst. Der FDJ-Gruß war “Freundschaft“. Zum Unterrichtsbeginn begrüßte man sich mit diesem Gruß. Die „Junge Welt“ wurde als Pflichtlektüre empfohlen.

 

Elternbeirat

Der Elternbeirat traf sich regelmäßig unter Leitung der Elternbeiratsvorsitzenden. 1978 war das Frau Dr. H. Berichtet 
wurde beispielsweise von den Elternaktivwahlen in den einzelnen Klassen. Besonders ist hierbei hervorzuheben, dass 
kritisch eingeschätzt wurde, warum in einigen Klassen hervorragende Wahlen durchgeführt wurden und in anderen 
nicht. Genauso kritisch setzte man sich mit der Anwesenheit der Elternhäuser bei den Wahlen auseinander. Es wurde 
erörtert, wie eine höhere Effektivität bei der Erziehung der Schüler sowohl von Schule als auch von Seiten der 
Elternhäuser erreicht werden könnte. Als zweiter Punkt war ein Bericht über den VIII. Pädagogischen Kongress 
vorgesehen. Unsere Direktorin erzählte[..] 
über den Kongress. Dieser Bericht enthielt viele Schwerpunkte aus der Rede des Ministers für Volksbildung, Margot 
Honecker, aber auch aus
Reden von Lehrern, Fachberatern und Erziehern. Schwerpunkte waren unter anderem die 
Erörterung der Frage der sozialistischen Kultur [und] die Entwicklung des Bildungswesens.
(1)

 

 



Sigmund Jähn
                                               
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch Sigmund Jähns, der erste „deutsche Kosmonaut“ im Kosmos, am 
17.01.1979 in Halle - Neustadt. 
Zur Würdigung dieses Ereignisses ist die nachfolgende Verpflichtung des „Schulkollektivs der Artur Becker Oberschule“ 
ins Leben gerufen worden. Das „Lehrer- und Schülerkollektiv“ war stolz auf Sigmund Jähn.

Verpflichtung des Schulkollektivs der Artur – Becker – Oberschule
Wir alle empfinden Stolz und Freude darüber, dass der erste deutsche im Kosmos ein Bürger der Deutschen 
Demokratischen Republik, ein Sohn der Arbeiterklasse ist, ein hochgebildeter Kommunist und Offizier unserer Volksarmee.

Die DDR gehört damit zu den 5 Staaten,  die bisher einen Menschen in den Kosmos entsenden konnte.

Mit großem Interesse verfolgen wir den Weltraumflug unseres Genossen Sigmund Jähn, der gemeinsam mit seinem 
sowjetischen Klassenbruder eine große Heldentat zum Nutzen aller Menschen vollbringt. Aus den Worten unserer 
Kosmonauten, die sie an alle Kinder gerichtet haben, geht hervor, dass der Grundstein für diese großartige Leistung 
in der Schule gelegt wird.

Die Pioniere und FDJler unserer Artur-Becker-Oberschule verpflichten sich, nach dem Vorbild unseres Genossen Sigmund 
                                           Jähn, gemeinsam mit ihren Lehrern und Erziehern den Pionierauftrag- bzw. FDJ-Auftrag vorbildlich und mit vielen guten 
                                          Taten zu Ehren des 30. Jahrestages unserer sozialistischen Heimat zu erfüllen.

Mit dieser Verpflichtung wollen wir den Kampf um das rote Ehrenbanner der Partei mit den Bildnissen Ernst Thälmanns und Wilhelm Pieck aufnehmen. (7)

30. Jahrestag der DDR

                                                                                                                                                
Zum 30. Jahrestag der Republik und dem 30. Jahrestag der 
Pionierorganisation wurden im Oktober, November und Dezember
1979 zahlreiche Veranstaltungen durch geführt. Der Dezember 
wurde zusätzlich zum Monat der „antiimperialistischen Solidarität“ 
ausgerufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

1. Festschrift zum 30 Jahrestag der DDR  
2. FAZ Feuilleton 26.09.2010 (Er wollte die Mädchen, jetzt gehört ihm die Welt)
3. Statut der Jungpioniere  
4.
Freie Deutsche Jugend, in: Meyers Neus Lexikon Bd. 5, 2., völlig neu erarb. Aufl., Leipzig 1973, S. 131f  
5.
Protokoll der 8. Pädagogische Kongreß der DDR vom 19. bis 20.Oktober 1978 Hrsg. Vom Ministerrat der DDR, Ministerium für Volksbildung  
6. Tagebuch der Pioniere und der FDJler der Artur-Becker-Oberschule 
7. Brief des Zentralrates der FDJ 1979  

[JV]

 Fortsetzung folgt