....... Chronik der KGS "Wilhelm von Humboldt" - Teil 3 -

Der Monat Dezember ist der Monat der antiimperialistischen Solidarität. Auf Beschluss des FR und der GOL (Grundorganisationsleitung)
schließen wir uns dem Aufruf der schwedter Pioniere an. Alle Klassen haben die Möglichkeit sich am
Solidaritätswunschkonzert „Dem Frieden die Freiheit“ zu beteiligen. Dazu können die Klassen ab sofort ihre
Solidaritätsspenden für die Kinder Kampucheas im Pionierzimmer abrechnen und dort einen Musikwunsch
schriftlich abgeben.

In der Woche vom 03.12. – 08.12.79 werden wir in jeder großen Pause ein Solidaritätswunschkonzert veranstalten.
Dabei werden dann die Spenden der Klassen genannt und die gewünschten Titel gespielt. Klassen, die bereits
Soli-Spenden abgerechnet haben, haben auch die Möglichkeit einen Musikwunsch zu äußern.

Das „Verhältnis 70 zu 30“ war für alle Musikwünsche einzuhalten. Das hieß, 70% der Titel mussten aus dem
sozialistischen Lager stammen und 30% durften aus dem NSW (nicht sozialistisches Weltsystem) sein. (7)

 

 

 

 

 

 

 



1980
Nach dem Pionierleiterwechsel im Jahr 1979 schrumpften die Eintragungen im Tagebuch der Pioniere und der FDJ kontinuierlich. Dokumentiert sind nur
Einzelereignisse und verschiedene Höhepunkte im Schulleben. Beschrieben werden „Thematische Mitgliederversammlungen“ der Pionierorganisation,
Pioniermanöver und die zur damaligen Zeit oft durchgeführten Altstoffsammlungen.

22.04.1980 thematische Mitgliederversammlung
„Lenins Träume werden wahr“

Unsere Mitgliederversammlung führten wir zu Ehren des 110. Geburtstages von W. I. Lenin durch. Zuerst wurde ein Vortrag über das Leben und Wirken
Lenins gehalten. Danach hörten wir uns vom Tonband eine Rede Lenins, welche er auf einer Versammlung hielt, an. Dann wurden uns Lichtbilder aus
dem Leben Lenins gezeigt. Wir sahen, wie er damals verfolgt wurde und wie man ihn gefangen nahm. Eine Schülerin unserer Klasse zeigte uns dann
noch einige Karten, wo sich Lenin verbarg, während er verfolgt wurde. Zum Abschluss unserer Mitgliederversammlung sangen wir ein Lied.
(7)

Mai 1980 Pioniermanöver
Unser Pioniermanöver fand dieses Mal auf der Peißnitz statt. Es nahmen die Pioniere der Klassen 4-7 teil. Treffpunkt war die Schule. Aufgeregt und
voller Spannung warteten wir auf die Aufgaben, die wir erfüllen sollten.

Verschiedene Stationen absolvieren und beste Ergebnisse erreichen, z.B. Keulenwurf, Zielwerfen, Weitsprung und den Umgang mit Karte und
Kompass erlernen.

Der Höhepunkt war schwierig und aufregend, denn jetzt kam es auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit an. Die Pioniere der 4., 5. und 6. Klassen
waren die Mitglieder der „Roten Feldpost“. Die Pioniere der 7. Klasse waren die Polizisten. Die Mitglieder der „Roten Feldpost“ versuchten, recht
viele ihrer „illegalen Zeitung“ zum geheimen Treff zu schaffen. Die „Polizei“ versuchte die „Rote Feldpost“ abzufangen und zu vernichten. Sie
bildeten einen Sperrgürtel, der durchbrochen werden musste.


Die Mitglieder der „Roten Feldpost“ waren geschickt und schmuggelten mehr als die Hälfte der „verbotenen“ Zeitungen in das illegale Versteck,
was Sieg heißt. Es hat allen, der „Roten Feldpost“ und den Polizisten, großen Spaß gemacht. Abgekämpft, hungrig und durstig trafen sich alle am
Pionierhaus und nahmen gemütlich eine Stärkung ein.
(7)

Auch im Spiel wurde den Schülern gezeigt, dass die Arbeiterklasse immer den Sieg davontragen wird.

1982
Dieses Schuljahr stand im Zeichen des Pionierauftrages „Meine Heimat DDR“ und des FDJ-Auftrages      
„Friedensaufgebot der DDR“.

Aktivtagung – 31.08.1982
[..] Der Höhepunkt unserer Beratung war der Empfang unserer Teilnehmer am 7.Pioniertreffen. Sie erschienen alle in der festlichen Pionierkleidung und
berichteten stolz von den vielen Erlebnissen und Begegnungen, von der Pionierrevue, vom Empfang bei Erich Honecker und den Friedensfeiern. Sie
 brachten uns viel Anschauungsmaterial und vor allem den Schwung des Pioniertreffens mit.
(7)

1983
Altstoffsammlung September
[..] Unsere Schule sammelte insgesamt 3.528 kg. [..] Für diese [..] bekamen wir 1.408 Mark. Leider haben sich einige Klassen nicht an der Altstoffaktion
beteiligt. Das sind die Klassen 5b, 5c, 9c und 10b. Die Klasse 3a belegte den 1. Platz der Jungpioniere mit 270 kg Altpapier. Aber auch die Klasse 4b
strengte sich an. Sie erhielt den 1. Platz der Thälmannpioniere mit 456 kg.
(7)

Die Altstoffsammlung im September 1984 ist die letzte Eintragung im Tagebuch der Pioniere und der FDJ. Benannt wurde das mangelnde Interesse der
„FDJler“ an dieser Sammelaktion. Die unteren Klassen sammelten wie immer mit großer Begeisterung.  
Es war durchaus üblich, die Klassen zu benennen, die sich an solchen Aktionen nicht beteiligten. Meistens war die Beteiligung an den Massenaktionen 
ab der Klasse 8 rückläufig. Währendem die unteren Klassen stark zu begeistern war, sahen es die Jugendlichen kritisch und nutzten die Abgabe von 
Altstoffen lieber als Aufbesserung ihres Taschengeldes als diese kostenlos an die Schule abzugeben.

Was Schüler über Ihre Direktorin schrieben
Unsere Direktorin Frau H. wurde 1938 in Berlin geboren. Ihre Mutter, die auch Lehrerin wurde und Ihr Vater der Soldat war, gaben ihr gute Beispiele für
ihren Lebensweg. In ihrem Leben hatte sie viele schwere, aber auch schöne Etappen zu durchschreiten. Sie wohnte mit ihrer Mutter und ihren beiden
Schwestern in B.. Nachdem sie dort ausgebombt wurden, zogen sie zuerst in Z. in ein Museum, das als Notunterkunft freigegeben worden war.
Dort kam sie 1944 in die Schule. Dann kam sie nach S. Hier bewohnte sie eine Ein-Zimmer-Wohnung. Später erhielten die Familie von [..] [Frau] H. eine 
Wohnung mit 2,5 Zimmern. Sie lernte in einer Mehrstufenklasse und erzielte sehr gute Leistungen. Infolge des faschistischen Krieges
musste ihre Familie bald dieses Gebiet verlassen.

Nun lebten sie in Thüringen, wo sie ab 1945 wieder zu lernen begann. Der Krieg war zu Ende und der Neuaufbau Deutschlands begann. Jetzt brauchte
man viele Kräfte zum Wiederaufbau, darunter auch Lehrer. Die Mutter von Frau H. fasste in dieser Zeit den nicht leichten Entschluss, sich an
einem Neulehrerkurs zu beteiligen. Der Wunsch von Frau H. war, den Beruf einer Kinderärztin oder Lehrerin zu ergreifen. Dieser Wunsch verfestigte
sich in den Jahren 1945–46. [..] steigerte sich immer mehr ihr Verlangen als Lehrer an der Neugestaltung Deutschlands mitzuhelfen. In A. lernte
sie wieder in einer Zweiklassenschule. Auch hier erhielt sie gute Zeugnisse und viele Auszeichnungen.......

Quellen:

7. Tagebuch der Pioniere und der FDJler 

Fortsetzung folgt.

JV